Impfung überstanden, PD-Std gekürzt

Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun..

Aber das Positive mal vorweg: Marie-Ann hat die Impfung super und ganz tapfer überstanden! Der Arzt war vorher auch nochmal sehr klar, hat gesagt, daß die Impfung im Einzelfall krasse Nebenwirkungen haben kann, aber wenn Marie-Ann die Schweinegrippe bekommt, sei das Risiko, daß es ihr SEHR schlecht geht damit, viel größer, als daß sie diese schlimmen Impfnebenwirkungen bekommt. So sehe ich das auch und darum hab ich sie ja impfen lassen.

Wir blieben danach noch eine halbe Stunde zur Beobachtung da, dann durften wir gehen. Marie-Anns Arm ist weder gerötet, noch tat er irgendwann danach weh. Sie hat auch sonst keinerlei Nebenwirkungen, ist topfit wie immer! Wie schön! Ich bin sehr erleichtert!

In drei Wochen bekommt sie die Zweitimpfung, falls denn dann überhaupt neuer Impfstoff da ist. Hm.. Ok, schaun wa mal.. Jedenfalls bin ich sehr froh, daß wir das gut überstanden haben!

Tja, und nun zu nem anderen Thema, was mich zur Zeit nicht losläßt:

Als wir im letzten April endlich aus der Klinik nach Hause durften, wollten uns die Ärzte ja erst gar nicht gehen lassen, weil wir nur für vier Stunden einen Pflegedienst hatten. Doch es stellte sich raus, daß das absolut ausreichend war, bzw ist, und wir kamen damit super zurecht!

Nun mach ich aber selber ja auch sehr viel, saug Marie-Ann ab, muß beim Baden aufpassen und generell immer ein Auge auf sie haben, die Geräte überall mit hinschleppen, kann sie nirgendwo mal lassen und die Nächte sind auch teilweise sehr heavy. Mal steh ich nur einmal auf, manchmal steh ich alle zwanzig Minuten die ganze Nacht auf. Ich mach das von Herzen gern und möchte auch niemanden hier nachts sitzen haben, also da möchte ich mich nicht beschweren!

Trotzdem habe ich dann eine Pflegestufe beantragt und sogar Pflegestufe 2 bewilligt bekommen! Das ist viel Geld im Monat, was wir natürlich brauchen können.  Einen Teil habe ich für den Führerschein beiseite gelegt, denn den brauch ich jetzt dringender denn je!

Doch dann kam nochmal ein Arzt, der überprüfte, wie es hier läuft. Dieser war sehr freundlich, wies aber mehrfach darauf hin, daß die PD-Schwestern nicht dazu da seien, mir mit den anderen Kindern zu helfen oder Marie-Ann anzuziehen etc.. Der PD macht allein die Behandlungspflege, dazu gehören: absaugen, Stoma und PEG versorgen und inhalieren. Anziehen, Zähneputzen und sogar sondieren gehören zur Grundpflege, welche von mir gemacht werden muß. (Mach ich ja auch, nur halt morgens und abends helfen mir die Schwestern und machen Marie-Ann im Rundumschlag für Kiga oder Bett fertig)

Wenn die Schwestern das aber machen, muß ich das vom Pflegegeld zahlen. Er sagte, er will da kulant sein und schlägt der Krankenkasse vor, daß wir die PD-Stunden auf 2,5 Std kürzen und die Pflegegeldkasse zahlt dann die anderen 1,5 Std dem PD, dafür bleibt alles wie es ist. Den Rest vom Pflegegeld bekomm ich weiter ausgezahlt. Ok, da mach ich mit, denn so sind mir unsere Schwestern die größte Hilfe!

Am Ende kürzte dann die Krankenkasse die PD-Std auf 2,5 Std, allerdings rückwirkend ab August! Und das teilte sie natürlich erst dem PD mit, ehe ich irgendwas davon erfuhr.. Rückwirkend? Und was ist mit den anderen 1,5 Std am Tag, als der PD hier war?? Mir wurde gesagt, daß die zu vielen Std verrechnet würden mit all den Tagen, wo ich dem PD mal abgesagt habe (zb oft am We, wenn mein Freund bei mir war, dann hatte ich ja seine Unterstützung und wir waren dann gern ein bißchen mehr unter uns)..

Und nun stellte sich raus, daß ich, trotz Kulanz seitens des PD, das komplette Pflegegeld ab August zurückzahlen muß! Ist das nicht der Hammer?! Wie das gehen soll, weiß ich noch nicht. Gut, daß ich noch nen Batzen vom Führerschein weggelegt hab, der ist natürlich futsch. Aber was mich noch mehr ärgert: Die Schwestern würden natürlich Marie-Ann ganz normal weiterversorgen, auch in den 2,5 Std, aber das dürfen sie nicht, weil das ja über die Behandlungspflege hinausgeht, was sie machen. Also wollte ich ja die 1,5 Std über die Pflegegeldkasse abrechnen. Aber dann bleibt auch nichts mehr übrig! Kein Cent. Für zweimal täglich Zähneputzen, anziehen und sondieren (über 400 Euro, für den PD sogar das doppelte) und ich sag ja immer mal wieder ab! Ich will niemandem Geld streitig machen und bin auch bereit, einiges abzuzwacken, aber daß es so viel ist, hätte ich nicht gedacht. Ich denke, das steht einfach in keinem Verhältnis! Denn die Haupt"arbeit" hab ja weiterhin ich! Ich bin diejenige, die aufsteht nachts, aufpasst und die Geräte durch die Gegend schleppt, aber der PD kassiert ab (wenn das eine von unseren Schwestern liest: Nehmt das bitte bloß nicht persönlich! Wir sind superzufrieden mit Euch!)..

Nun kann ich ja auch sagen, daß die 2,5 Std bleiben und den Rest mach ich, also die komplette Grundpflege. Doch ganz im Ernst : Dann bringt mir der PD auch nicht mehr wirklich viel.. Wenn ich Marie-Ann morgens eh anziehen und sondieren muß, dann kann ich auch eben noch schnell den Rest machen. Das ist in ein paar Minuten erledigt, dann brauch nicht extra jemand kommen. Außer halt zum Kanülenwechsel, grmpf..

Und was mach ich nun? Ich hätte gern, daß alles normal läuft! Aber so ganz fair ist das alles nicht. Manchmal hab ich das Gefühl, ich reiß mir hier den Hintern auf (und das gern, denn ich weiß, wofür ich das mache), aber wenn man dann mal ein bißchen auf Anerkennung hofft, dann kriegt man noch einen rein und noch einen und noch einen. Es ist manchmal doch ein Akt, daß das alles läuft, wie es soll.. Es muß immer alles rechtzeitig geordert werden an Materialien, dann muß ich dauernd zum Kinderarzt Rezepte holen, dann gibt es Stress, weil Marie-Ann keine Physiotherapie verordnet kriegt, die Krankenkasse meckert, weil wir zuviele feuchte Nasen verbrauchen, kein HNO-Arzt traut sich zu, uns zu betreuen (Köln ist sicher super, aber nichts, wo wir mal eben hinkönnten, wenn was ist) und dauernd muß ich mir erstaunte Gesichter anschauen und Fragen anhören: Kann Marie-Ann immer noch nicht sprechen? Warum denn nicht? Warum passiert denn da nichts?! Arghs!

Daß da noch drei andere Kinder sind, der Haushalt, Elternsprechtage, Hobbies der Kids etc.. das interessiert meist nicht. Hauptsache, es funktioniert alles!

Ja, das war heut aber mal ein Frustbeitrag von mir.. Es ist halt nicht immer alles nur Sonnenschein. Trotzdem muß ich sagen, daß es ja dann irgendwie doch alles läuft. Nach und nach, ich darf mich nur nicht verrückt machen lassen. Wenn ich dann sehe, wie toll Marie-Ann sich entwickelt und wieviel Freude sie uns bringt, dann weiß ich, diese Zeit lohnt sich! Es wird mit Sicherheit auch irgendwann einfacher werden und vieles wird sich nach und nach klären. Und wir sind ja nicht allein mit dem ganzen, wir haben so viel liebe gute Menschen um uns herum, mein Freund ist ein Segen und dann ist da ja noch Gott, der die Hand über uns hält und genau weiß, was wie und wann passiert. Das hilft ungemein!

Marie-Ann hat jetzt ein größeres Zimmer, dann hat ihre große Schwester endlich eins für sich. Da hat sie sich natürlich superdoll gefreut! Ich wollte Fotos machen, aber ich find beim besten Willen keine Batterie für meine Kamera! Also hol ich das nach! Im nächsten Blog... (Und jetzt hol ich meine Große von der Klassenreise ab *freu*)

13.11.09 09:32

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